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DreynEvent 2011 oder Dreynschlag’11 oder schön wieder in Wien gewesen zu sein
März 21st, 2011Nun endlich, der lang versprochene Erlebnisbericht vom Dreynevent 2011. Es ist schon etwas her 11.-13.2.2011 war es mal wieder soweit, doch wer das Rheinland kennt, weiß das besondere kulturhistorische Ereignisse den werten Schreiberling gar manchmal von seinen guten Vorsetzen abbringen. Doch zurück nach Wien.
Traditionell ging es schon am Vortag gen Wien und der Tag wurde mit fleißigem Wien erkunden bei schönstem und diesjährig sogar warmen Wetter bestritten. In der dieses Jahr nun völlig renovierten Jugendherberge – ok, der Teil in dem ich nicht untergebracht war zu mindest – konnte ich abends, dann auch die Freunde von Hammaborg begrüßen, die nach einer Mamuttour von Hamburg per Bus in Wien ankamen. Großes hallo und dann ging es zu einem Gasthaus in der Nähe, um Olli, Harry und Enzi zu treffen. Riesige Schnitzel und süffiges Bier gaben den Rahmen zum ungezwungenen Tagesausklingen. Alles im Rahmen, da ja das Event schon Freitags morgens losgehen sollte.
Daher ging es am nächsten Tag nach dem Frühstück, bei dem man schon so einige bekannte Gesichter traf, zum TGM – Technologisches Gewerbemuseum. Also nix verstaubtes, in Deutschen Landen würde man es wohl Berufsschule oder FH nennen. Nach der obligatorischen Begrüßung durch Olli ging es direkt ans aufwärmen mit Lopez. Dies war etwas liegestützlastig, aber erfüllte seinen Zweck.
Es folgte Highlight No. 1 Mordaxt mit Toke & Marcus. Hatte nicht gedacht, dass es so viel Spaß machen würde und ich war versucht Marcus direkt ein Paar Mordaxt-Simulatoren abzukaufen. Die Vernunft und die Limitierungen im Gepäck bei den Kranichen siegten. Wir machten einen Satz einfache Brüche auf Hiebe von oben und nach kurzer Zeit hatte ich ein gutes Gefühl für die Waffe (Simulator). Großen Anteil hatten die ausgedehnten Partnerübungen, für die gute Qualität dieser sei Ingo Dank gesagt. Abschließend gab es noch einen Drill, der auf den vorherig gelernten Bewegungsabläufen aufbaute. Ein schönes Seminar das die Mordaxt sehr gut einführte und Lust auf mehr machte.
Danach startete das Säbel Turnier, welches von Peter Zillinger hervorragend vorbereitet und abgehalten wurde. Die Hammaborger und ich versuchten uns im Säbelfechten nach Christmann und schnell wurde klar, dass ein paar Trainingseinheiten bei weitem nicht ausgereicht hatten, um gegen die Konkurenz zu bestehen. Ich glaube, dennoch, dass das System von Christmann große Vorteile gegenüber Hutton’s System hat, nur Bedarf es viel mehr Training. Daher denke ich ist unser Ansatz im Fechtsaal richtig erst einmal Hutton zu lehren und zu einem späteren Zeitpunkt gen Christmann zu schwenken. Besonders die erhöhte Beanspruchung der Schultermuskulatur bedarf ausgiebigem Training. Wir werfen mal ein Tuch des Schweigens über unser abschneiden. Insgesamt nette Turnier, wobei ich immer wieder merke, dass ich bei freundschaftlichem Contrafechten einfach mehr lerne.
Zum Abschluß des Tages gab es noch eine Diskussion bzgl. der Gründung eines Internationalen Verbandes für das Historische Fechten. Ich bin sehr skeptisch, ob ein solcher Verband nicht zu sehr den Einzug von Vereinsmeyerei in unser Hobby vorantreibt oder doch den erhofften Schub gibt. Lassen wir uns mal überraschen.
Der Tag wurde abgeschlossen in einem sehr schönen Gasthaus etwas außerhalb und ich hoffe, dass die Lokalität auch im nächsten Jahr wieder auf dem Programme stehen würde.
Der Samstag kam und nach dem Frühstück ging es direkt mit Langen Messer bei Enzi los. Sehr gutes Seminar, welches mir ein neues Konzept der Körperbewegung im Langen Messer Fechten eröffnete. Nicht die Bewegung über stabile Körperlagen, sondern der Aufbau von Körperspannung und dessen Auflösen in Hieben unter Nutzung von „instabilen“ Körperlagen ist ein spannendes Konzept, welches ich in den nächsten Monaten etwas weiter untersuchen werde. Zusammen mir Ingo klappe das sehr gut und so einige Stücke fluppten schon fast besser als in der „herkömmlichen“ Art und Weise. Wer die Chance bekommt an einem Seminar von Enzi teilzunehmen, sollte dieses unbedingt tun.
Nach dem Mittagessen gab es einen Vortrag von Matt Galas zu den Deutschen Fechtschulen. Diese Veranstalltungen des späten Mittelalters und der Neuzeit kann man schon mit unseren heutigen Historischen FechtEvents ala DreynEvent vergleichen. Wobei die Verletzungsraten heutzutage wesentlich geringer sein dürften. Sehr Interessanter Ausflug in die frühe Zeit des Historischen Fechtens.
Der Nachmittag verging mist Sparing. Abends war traditionell der Ottakringer Landgasthof angesagt. Wie immer alles was das Fechterherz (Magen) nach einem Seminartag erwartet.
Der Sonntag begann etwas ruhiger, auch wenn der Abend nicht so lang war. Etwas Sparing am Morgen. Eine super gute Vorführung der Schirm- / Spazierstock-Selbstverteidigung des 19. Jahrhunderts. Im Ars Gladii Forum gibt es einen Link zu einem Video der gesamten Vorführung unbedingt angucken.
Nachmittags habe ich Marcus Hampel bei seinem Säbel Seminar unterstützt. Leider etwas geringe Resonanz, was So Nachmittags kurz vor Ende der Veranstaltung nicht unüblich ist. Dennoch hat es viel Spaß gemacht und Marcus konnte weitere Interessenten für das Säbelfechten gewinnen. Mir haben besonders die Blindfolded Lessons gefallen. Greift nach Eurem Hutton und guckt mal dort am Ende rein. Ein echtes Aha Erlebnis! Zu Marcus und Hutton darf ich wohl nicht viel sagen. Es war auf jeden fall mal wieder schön mit Marcus zusammen ein Training zu machen.
Der Abend war nach 3 Seminartagen wie erwartet kurz, was nicht am türkischen Essen lag, sondern am physischen Zustand der noch verbliebenen Teilnehmer.
Montags ging es dann wieder gen Rheinland. Wie jedes Jahr war das DreynEvent ein großes Highlight für mich mit vielen neuen Eindrücken und das Treffen von alten und neuen Bekannten und Freunden. Vielen Dank nochmals auch an dieser Stelle an die Dreynschläger für das Organisieren.
Ciao
Gerhard